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Vorbeischneiten Freiheiten

by Matthias Binner

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1.
Grade eben kam das Signal - geht gleich los Sofort ist alles and´re egal - geht gleich los Denn der Hebel ist umgelegt, was durch den Kopf ging, hinweggefegt Anstelle dessen rotiert dort bloß: Geht gleich los, geht gleich los Jetzt ist der Augenblick fast da Der Moment ist zum Greifen nah Die Spannung steigt und die Erwartung wird riesengroß Jetzt, wo noch alles möglich scheint, ist man in Euphorie vereint Wie berechtigt das ist, wird man sehen - geht gleich los Einmal noch durch das Guckloch gelinst - geht gleich los Einmal noch in den Spiegel gegrinst - geht gleich los Ein scheues Toi-toi-toi gespuckt Ein letzter Schluck, weil die Kehle juckt und aus dem Hals vermeldet ein Kloß: Geht gleich los, geht gleich los Der Augenblick ist da Der Moment ist zum Greifen nah Die Spannung steigt und die Hoffnung wird riesengroß Die letzte Chance zur Träumerei - dann ist die Vorfreude vorbei Was auf sie folgt, wird man jetzt sehen: Es geht los
2.
Herzlich willkommen zur Langen Nacht der kurzen Nächte Der Abende, die nie zu Ende gehen Der blauen Stunden, die kein Tageslicht zustande brächte Die wie im Traum an uns vorüberwehen Heute Abend perlen Bläschen im Champagnerglas, quirlen umeinander und attackieren sich im Spaß, rotieren umeinander auf ihrem Weg hinauf, zerschellen aneinander und geh´n ineinander auf Herzlich willkommen ... Heute Abend schießt die Flipperkugel aus dem Lauf und nimmt den Kampf mit allem, was sich in den Weg stellt, auf Knallt von hier nach da und schnellt von da noch dort Was leuchtet, blinkt, blitzt, piept und fiept erledigt sie sofort Heute bleibt nichts kleben, heute bleibt nichts hängen Heute schlägt die Lebenslust die Müdigkeit um Längen Herzlich willkommen! Heute Abend prallen Sterne von der Diskokugel ab und gleiten in gewagten Mustern an der Wand herab Ihre Choreographien dirigiert das Stroboskop Astrologen, aufgepasst, DAS gibt ein Horoskop! Herzlich willkommen zur Langen Nacht der kurzen Nächte Der Abende, die nie zu Ende gehen der blauen Stunden, die kein Tageslicht zustande brächte Die unvorhergesehen wie im Rausch geschehen und aus dem Traum zu uns herüber wehen. Herzlich willkommen!
3.
Als die Sache mit dem Apfel aufgeflogen war machte Eva sich sofort die Konsequenzen klar Ihr neuer, aber hartnäckiger Hang zur Selbstkritik rückte ihr zunächst einmal Verluste in den Blick: Das Paradies verloren, der Lebensplan dahin Erledigt auch die Unschuld im eigentlichen Sinn Doch grade das hat Adam als Kritikpunkt ausgespart, denn Vorbeischneiten Freiheiten ungeahnter Art. Der Papst wollte nicht glauben, was Galilei da Angeblich ganz eindeutig in seinem Fernrohr sah: Die Erde sei mitnichten das Zentrum des Geschehens Vielmehr wohl das Beiwerk eines göttlichen Versehens Sie kreise um die Sonne, wie andere Erden auch Das war´s dann mit der Grundlage von Tradition und Brauch Der Papst hätt´ gerne beides so lang es geht bewahrt, doch Vorbeischneiten Freiheiten ungeahnter Art. Der taube Komponist massierte fassungslos die Ohren Der Kampf um sein Gehör war ein für allemal verloren Verzweifelt warf er Gläser in seinen Küchenschrank Er sah die Scherben fallen, doch er hörte keinen Klang Mit tränenblinden Augen warf er sich in sein Klavier Und stieß mit seiner Stirn auf einen Stift, ein Stück Papier Dank dieser beiden Waffen hat er noch Jahre ausgeharrt und Vorbeischneiten Freiheiten ungeahnter Art. Am Ende der Affäre, beim großen Zapfenstreich wurden dem geschassten Präsident die Knie weich Egal wie man es drehte – es blieb bei der Bilanz: Versagt wie keiner vor ihm, gescheitert voll und ganz. Von Frau und Freund verlassen, politisch abserviert beruflich nicht vermittelbar, privat diskreditiert Und doch hat er sich gegen Fremd- und Selbstmitleid verwahrt, denn Vorbei schneiten Freiheiten ungeahnter Art. Das Paradies, die Unschuld, die Welt, das Himmelszelt Beethoven-Sonaten, das Christian Wulff verblieb´ne Geld Alles ist vermessen, abgezählt, dokumentiert In Zahlencodes verwandelt und digitalisiert Die Frage aller Fragen, das Rätsel allen Seins ist hinreichend geklärt, die Antwort lautet: Null und Eins. Es gibt nie mehr Vergangenheit, ab jetzt herrscht Gegenwart. So entgleiten Freiheiten wohlvertrauter Art.
4.
Sie spielen wirklich wunderbar, junger Mann Sie ha´m ein Spitzenrepertoire, junger Mann Meine Enkelin kann auch "das Lied der Amelie" Und "Ballade pour Adeline" - aber Gott erbarme wie! Es war nett wie Ihnen vorhin flott Ein Medley aus Ravel und Karel Gott Und "What if God was one of us" aus den Fingern kam, da nimmt sich meine Bitte sicher aus wie Kinderkram Die schönen Lieder aus dem Krieg Was war das herrliche Musik! Die ging ein´m jeden gleich ans Herz, die ging ein´m jeden gleich ins Blut da vergaß man allen Schmerz, da vergaß man alle Wut Die schönen Lieder aus dem Krieg von Leben, Lieben, Leidenschaft und Sieg Kein Gejammer in der Kammer, immer raus ans Licht! Ach, solche Lieder hört man heute nicht. Im Opernhaus war für uns nie Platz Und wir fühlten uns nie wohl mit diesem Jazz Zum Rock´n´roll, da fehlte uns ganz schlicht das Radio Und zum Beatles "yeah yeah" dann wohl das West-Niveau Von meiner Enkelin bekam ich so´n Gerät das spielt, wenn man genügend lang dran dreht Weit über 7000 Titel gleichzeitig, ach, das ist dann so Musik, die erreicht mich nicht Wie die schönen Lieder aus dem Krieg Was war das herrliche Musik So schön mit Tschingderassabum, so schön mit Heidiwei-Juchhei, da fragte keiner lang warum, da war ein jeder gern dabei! Die schönen Lieder aus dem Krieg von Leben, Lieben, Leidenschaft und Sieg Kein Gewimmer mehr im Zimmer, immer raus an Licht, ach solche Lieder schreibt man heute nicht Die schönen Lieder aus dem Krieg Was war das herrliche Musik! Da blieb keiner lang allein, da nahm jeder gerne teil Da war alles wieder fein, da war alles wieder heil! Die schönen Lieder aus dem Krieg von Leben, Lieben, Leidenschaft und Sieg Man konnt´ sich das Denken schenken, man war gern bereit, Ach junger Mann, es war die beste Zeit!
5.
5. Die Ruinen Germanias 3.23 Kleine Gestalten in quietschbunten Anoraks zieh´n ihre Schlitten den Teufelsberg rauf In Vorfreude auf die bevorsteh´nden Abfahrten leuchten auch ihre Gesichtchen hell auf Farbig bekleckst ragt der schneeweiße Hügel über den Grunewald, über Berlin Wie gottgegeben, zur Belebung der Landschaft und für die Kinder zum Schlittenhochzieh´n Doch unter dem Schnee schläft der Rasen Unter dem Rasen der Sand Unter dem Sand schlafen Trümmer einer Welt, die in Flammen verschwand Tief im Herzen des Teufelsbergs ruhen verschwiegen, versteckt und kaputt Die vergess´nen Ruinen Germanias unter Tausenden Tonnen von Schutt Kleine Gestalten in quietschbunten Anoraks ziehen beseelt ihre Schlitten nach Haus Die Häuser am Rande des Grunewalds seh´n wie Relikte verschiedener Zeitalter aus Schuhkartonsozialbauwohnungen stehen gleich neben Villen in Gründerzeitpracht Aus allen Fenstern seh´n sich kleine Gestalten vom schneeweißen Teufelsberg sicher bewacht Doch unter dem Schnee... Kleine Gestalten würde´s wohl geben, doch dürften sie bunt durch Germania ziehen? Wie würde´s aussehen, wie würde man leben in einem von Nazis erdachten Berlin? Würden die Gründerzeitvillen noch stehen auch die, die von Bomben zermalmt worden sind? Was würde man von ihren Fenstern aus sehen? Was würd´ man bemerken, wofür wäre man blind? Der Teufelsberg jedenfalls wär nie entstanden Doch wie gottgegeben bewacht er Berlin Als Grabmal der Trümmer, zur Belebung der Landschaft und für die Kinder zum Schlittenhochzieh´n.
6.
Als Kind hatte ich nur ein paar hundert Meter, bis ich an der Mauer stand Das Ende der Welt war so klar definiert, was ich nicht erwähnenswert fand Es war, wie es war, und hätte ich geträumt, einmal über die Mauer zu sehen Ich hätte nicht eine Sekunde geglaubt, es könnte tatsächlich geschehen Meine Welt bestand ausschließlich aus West-Berlin, das war mir auch völlig genug Zu allem, was mehr als ´ne Armlänge fort war, hatte ich wenig Bezug Ich fand ganz normal, dass hinter der Mauer Soldaten mit Gewehren stehen und Ab und zu auch einmal Menschen erschießen - Das ist ja tatsächlich geschehen Als die Mauer dann aufging, bekam ich das mit weil im Fernsehen ein Fußballspiel lief Die Sendung brach wegen der Eil-Meldung ab ich ging auf mein Zimmer und schlief Am nächsten Tag schlug mein Geschichtslehrer vor, zum Brandenburger Tor zu gehen Dort tanzten die Menschen schon auf der Mauer Also war es tatsächlich geschehen Dieser Moment ist als Foto verewigt, die Postkarte ging um die Welt Man kann mich auf ihr ganz ohne Zweifel erkennen, wenn man sie dicht an die Augen hält Auch wenn es mir heute unfassbar erscheint: Ich traue der Kamera dass die Mauer mal stand, dass die Mauer verschwand und ich dabei war, als es geschah.
7.
Der Sekt ist korrekt an der Bugwand zerprallt, das Schiff ist getauft und den Leuten wird kalt sie jubeln zwar brav, doch Gemurre beginnt denn das Segel hängt schlaff und die Zeit verrinnt Fehlt noch der Wind, fehlt noch der Wind, fehlt noch der Wind Fehlt noch der Wind, fehlt noch der Wind, fehlt noch der Wind Das Rad ragt stolz aus dem Kornblumenfeld, an ihm hängt viel Hoffnung, in ihm steckt viel Geld Strom solls erzeugen, wenn´s zu drehen beginnt, doch der Rotor steht still und die Zeit verrinnt Fehlt noch... Wasser wird Wein und Wein wird zu Blut und das kochende Blut totenstill Scheiße wird Gold und alles wird gut, nur der Wind bleibt der Wind, und der weht, wo er will Sechs Wochen schon brannte die Sonne wie blöd Jetzt hängen die Zweige vertrocknet und öd Erst glimmt´s nur, wo die Wälder am finstersten sind doch da hörst du aus der Ferne ganz mild und ganz lind...
8.
Ich lauf den Strand lang, jetzt erst recht Ich hab ja schließlich nicht schlecht dafür geblecht, zwei Juni-Wochen an der Nordsee zu belegen Salziger Regen fällt in mein Gesicht Von wegen Sommer! Sturmwind pfeift Dass der Treibsand Besitz von mir ergreift Und auch Erinnerungen wehen mir entgegen Salziger Regen fällt in mein Gesicht. Ich bin plötzlich wieder Zehn und meine Klage-Elegien, angesichts von Wetter und Fernsehprogramm sei das Ferienwohnungssofa dem Strandkorb vorzuziehen, versickern noch mal ungehört in Schlick und Schlamm Nicht dass ich´s heute groß anders säh! Doch ich bleib still denn ein solches Plädoyer hätt wenig Sinn, es hält ja niemand mehr dagegen Salziger Regen fällt in mein Gesicht. Das Festland schrumpft beharrlich, jede Flut fordert Tribut Die Tide treibt die Küste vor sich her Wenn der Deich, wie zu vermuten, noch an alter Stelle ruht ist das, was früher Strand war, heute schon zur Hälfte Meer Eine Familie im Friesennerz kommt mir entgegen und kämpft sich landeinwärts Ein kleiner Junge stapft gesenkten Blicks dahinter Wie ein aus ferner Zeit geschickter Gleichgesinnter Er watschelt wortlos an mir vorbei Aber sein Blick verrät geheime Kumpanei Ein Sonnenstrahl verleiht der Szene seinen Segen Salziger Regen fällt in mein Gesicht Salziger Regen fällt in mein Gesicht Salziger Regen, mehr ist es nicht.
9.
Ich war zu spät und du warst perfekt Ich hab dich gesucht - du hast mich entdeckt Dein Blick und deine Arme weit, weit offen Ich war beschämt, doch du kamst mir entspannt die letzten Meter entgegen gerannt Dein Blick und deine Arme weit, weit offen Könnte ich wählen, welcher Moment mir als allerletzter vor Augen ständ Es wär genau dieser, und damit das geschieht Tu ich, was ich kann, dass er sich nie meinem Bewusstsein entzieht - Zum Beispiel mit diesem Lied. Trotz eisiger Kälte und gleißendem Licht fand ich keinen Schatten in deinem Gesicht Dein Blick und der Himmel weit, weit offen Könnte ich wählen, welcher Moment mir als allerletzter vor Augen ständ Es wär genau dieser, und damit das geschieht Tu ich, was ich kann, dass er sich nie meinem Bewusstsein entzieht Zum Beispiel mit diesem Lied. Ich war zu spät, doch du kamst mir entspannt in eisiger Kälte entgegengerannt Dein Blick und das Ende weit weit offen.
10.
Pack die sieben Sachen - lass den Rest zurück Hinter uns liegt mancherlei, aber vor uns liegt das Glück Mädchen, schon dein Lachen reicht mir als Gepäck Sag der Stadt auf Wiedersehen, du und ich sind morgen weg Es stehen drei Schlösser zu Bacharach, eins für dich, eins für mich und eins für uns Dort gehen wir tags unsern Sachen nach Nachts gewährt die Loreley uns ihre Gunst Von ihrem Fels schallen uns´re Lieder in changierenden Echos wider Und der Rhein hört tief beeindruckt zu Es stehen drei Schlösser zu Bacharach, eins für dich, eins für mich und eins für uns Aus der Zeit der Märchen führt ein Trampelpfad uns in eine Zukunft, die noch nie ein Mensch betrat Sagen und Legenden, Kirchen, Kirschen, Wein wollen gerne Kulisse unsres neuen Lebens sein Es stehen drei Schlösser zu Bacharach eins für dich, eins für mich und eins für uns Dort gehen wir tags unsern Sachen nach Nachts gewährt die Loreley uns ihre Gunst Von ihrem Fels schallen uns´re Lieder in changierenden Echos wider Und der Rhein hört tief beeindruckt zu Es stehen drei Schlösser zu Bacharach eins für dich, eins für mich und eins für uns
11.
Sie schließt ihr Rad an die Laterne Hat Schöneberg Schöneres gesehn? Vom Himmel werfen erste Sterne ein warmes Licht auf das Geschehen Ihr zuzusehn macht mir die Lider schwer Mein Blick senkt sich, als ob ich müde wär - im Gegenteil, bloß Heillos, heillos verliebt Heillos, heillos, heillos verliebt Sie setzt sich zu mir und sie lächelt Wann hat Berlin sowas gesehen? Sogar der Mond wird bleich und schwächelt Und zögert, weiter aufzugehen Ihr zuzuhör´n, macht mir die Zunge schwer Ich schweig, als ob ich überfordert wär - im Gegenteil, bloß Heillos, heillos verliebt Heillos, heillos, heillos verliebt Dann steigt sie wieder auf ihr Fahrrad und lässt die Welt im Dunkeln stehen Der Himmel zeigt, was er im Repertoire hat Und lässt Sternschnuppen niedergehen Ich schaue ihr noch lange hinter her ganz so, als ob ich voller Hoffnung wär - im Gegenteil, bloß Heillos, heillos verliebt Heillos, heillos, heillos verliebt Heillos, heillos verliebt Heillos, heillos, heillos Heillos, heillos, heillos, heillos verliebt
12.
Dein großes Entrümpelmanöver lief unterm Strich doch ratzfatz Tatsächlich wirkt alles viel größer, und du hast jetzt wirklich spürbar mehr Platz Wenn man erstmal mit dem Ausmisten anfängt, gibt´s plötzlich kein Halt mehr und schwupps Kriegt sogar lange Bewährtes an der Mülleimerkante ´nen Stubs - upps: Schubs mich nicht aus deinem Herzen, ich pass doch sonst nirgendwo hin Man könnte mit Fug und Recht sagen, dass ich wie gemacht für die Räumlichkeit bin Ich füg mich doch annähernd nahtlos in alle Ecken und Kanten ein Schubs mich nicht aus deinem Herzen, ich passe doch so gut hinein Nach Abschluss der Modernisierung scheint alles viel heller zu sein Das machen die Fliesen aus Marmor und die Tapeten aus Sonnenschein und jetzt, wo die Maler auch durch sind, strahlt selbst der Flur warm und weich So schön das ist, ich muss gestehen: Mir sind die Farben im Eingangsbereich gleich Streich mich nicht aus deinem Herzen, ich pass doch sonst nirgendwo hin Man könnte mit Fug und Recht sagen, dass ich wie gemalt für das Ambiente bin Ich füg mich doch annähernd nahtlos in alle Schattierungen ein Streich mich nicht aus deinem Herzen, ich passe doch so gut hinein Für ein Objekt dieser Güte sind die Interessenten nie rar Und die Aufwertungsmaßnahmen machen natürlich die Schlange nicht kürzer, schon klar Wenn so etwas auf den Markt kommt, geht das große Geschachere los Die Nachfragekurve schlägt ruckartig aus und der Druck nachzugeben ist groß, bloß: Stoß mich nicht aus deinem Herzen, ich weiß doch sonst gar nicht wohin Man könnte ja ohnehin glauben, du merkst sowieso nicht mehr, dass ich drin bin Da blendet der neue Bewohner mich doch auch ganz sicher mühelos aus Verstoß mich nicht aus deinem Herzen, ich bin doch darinnen zuhaus
13.
(Was wir war, wird wieder zu ich und zu du) Die Sonne ist uns über die Köpfe gestiegen und hat uns aus wechselnden Winkeln beschaut Zum Bild, das sich bot, hat sie erst taktvoll geschwiegen, sich dann aber doch einzugreifen getraut So tritt nun zum Schatten, der uns beide umfasste Auf leisen Sohlen ein zweiter hinzu Vorbei ist die Zeit als nichts zwischen uns passte - Was wir war, wird wieder zu ich und zu du (Was wir war, wird wieder zu ich und zu du) Dem Regenwurm sagt man nach, er nähm es gelassen, wenn ihn aus Versehen ein Spaten zerteilt Er würd´ dies als Fingerzeig des Schicksals auffassen, dass ohnehin irgendwann jeden ereilt Die Regenwurmhälften starten Solokarrieren und lassen einander ansonsten in Ruh Wie leicht wär´s, wenn wir zur Hälfte Regenwurm wären Was wir war, wird wieder zu ich und zu du (Was wir war, wird wieder zu ich und zu du) Da wir nicht weiterwissen, taucht jetzt ein Hund auf Der dir voller Stolz ein Stück Holz präsentiert Für ihn ändert dieser Stock die Lage von Grund auf - hat er doch grad alles, das ihn interessiert Aber dein Anblick weckt in dem Vieh verborg´ne Noblesse Er schenkt dir sein Stöckchen und schmiegt sich an dich An mir hat das Holz Stock noch am eh´sten Intresse Was wir war, wird wieder zu du und zu ich
14.
(Shalalala ooh la lala, shalala oh la la la) Ben liebt ACDC und Sandra liebt die Stones Jonas liebt Bob Marley und Julia die Ramones Sie sind ein bunter Haufen, doch das sehen sie als Chance Dienstag trifft sich die Mischpoke zum Seniorenkaraoke Dienstag trifft sich die Mischpoke zum Seniorenkaraoke Ben liebt heimlich Sandra, die noch an Jonas hängt Jonas steht auf Julia, die so ihren Hang zu Ben verdrängt Doch letztlich hat sich sowas ja noch immer wieder eingerenkt Dienstag trifft sich die Mischpoke zum Seniorenkaraoke Dienstag trifft sich die Mischpoke zum Seniorenkaraoke Sie singen die Songs von früher und manchmal einen alten Hit Wenn einer grade Bier holt, singen die anderen zu dritt Und kommt "Die young stay pretty", dann grölen alle mit Über den Stellenwert der Beachboys war neulich Streit entbrannt Dabei hat Jonas Sandra "altes Rentenloch" genannt Jetzt singen sie "Good vibrations", selbstverständlich Hand in Hand Was Musik und Freundschaft wert sind, ist ihnen wohl bekannt Und geht dann nachts das Licht aus, im Sozialschlafraum im Heim Fängt einer an zu summen, und die andern stimmen ein (Shalalala ooh la lala, shalala oh la la la)
15.
Jeden Abend kurz vor Schluss des ersten Aktes Kommt die große Liebesszene von uns zweien Der Titelheld singt schnell noch was Beknacktes und lässt uns dann am Bühnenrand allein Das Publikum fällt jedesmal in Trance Es weiß, was jetzt im Musical geschieht Das junge Paar nutzt selbstredend die Chance und packt seine Gefühle in ein Lied Das Licht verfärbt sich rot und aus den In-Ear-Monitoren tröpfelt Streichorchester-Sample-Kitsch in unsre Ohren Die Flatscreen-Teleprompter diktiern, was wir jetzt tun müssen Und jeden Abend würden wir uns wirklich gerne küssen Doch uns wippen Clipmicrophone vor den Lippen Falls die sich verhakeln, kommt´s zu szenischen Debakeln und wir dürfen keine Panne riskier´n Und so wird auch heute Abend wieder nichts passieren Jeden Abend gegen der Mitte des Finales erstarrt das Publikum wie vorgesehen vor Schreck Eine Hexe singt schnell irgendwas Banales - dann macht es "Wumms" - und das junge Paar ist weg Der Trick ist bisher immer irgendwie gelungen Wir quetschen uns in einen Bühnenhohlraum rein Darin stehen wir notgedrungen eng umschlungen Es geht nur so - und schön ist´s obendrein Wir hören im Stockdunklen in den In-Ear-Monitoren Die Kollegen auf der Bühne zetern und rumoren Die Flatscreen-Teleprompter haben uns schon längst vergessen Wie gerne würden wir die Fressen aneinander pressen Doch uns wippen Clip-Microphone vor den Lippen Die zu Störgeräuschen führten, wenn unsre Lippen sich berührten Und wir dürfen keine Pannen riskier´n Und so wird auch heute Abend wieder nichts passieren Jeden Abend, wenn die Show dann endlich rum ist Treffen wir uns an der Tür im Treppenhaus Und geh´n, weil das Gerede uns zu dumm ist nacheinander durch den Bühnenausgang raus Wir sind müde, abgeschminkt und abgekabelt, abgesungen, ausgetanzt und leer gespielt Ganz frisch von der Maschine abgenabelt die uns bisher wie Marionetten hielt Das Mondlicht leuchtet fahl und statt In-Ear-Monitoren surren uns die Grillen Melodien in die Ohren Kein Flachbild-Teleprompter will uns jetzt mit Text versorgen Wir schweigen jeden Abend kurz - dann sagen wir: Bis morgen.
16.
17.
Lass mich nicht allein, anders kann ich´s nicht sagen Lass mich nicht allein, ganz egal, wie das klingt Ohne dich zu sein könnte ich nicht ertragen Lass mich nicht allein, dich brauch ich unbedingt - ganz egal, wie das klingt Auch wenn ich schwor, dir nie lästig zu sein Auch wenn ich versprach, mehr zu sein als ich schein, es kommt mir so vor, als ginge mit dir das Licht und jede Aussicht auf Zuversicht Lass mich nicht allein, anders kann ich´s nicht sagen Lass mich nicht allein, ganz egal, wie das klingt Dich brauch ich unbedingt Ja, du hast früh deine Grenzen benannt, Ja, du hast früh die Gefahren erkannt doch wie ich mich müh, Haltung zu wahr´n, ich fürchte, ich kann dir das hier nicht erspar´n Du weißt, wie dunkel, finster und trist Mein Zimmer ohne dich darin ist Sag was du gewinnst, wenn ich dich verlier Du findest dich schon, aber was wird aus mir? Was wird aus der Ruhe, die ich bei dir fand? Dem Glück, das hinzutrat, wenn ich bei dir stand? Wenn du gehst, wird mein Leben dann so laut und so leer wie vorher? Lass mich nicht allein, anders kann ich´s nicht sagen Lass mich nicht allein, ganz egal wie das klingt Ohne dich zu sein, könnte ich nicht ertragen Lass mich nicht allein, dich brauch ich unbedingt - ganz egal, wie das klingt Ganz egal, was das bringt
18.
Unerbittlich schlägt das Lineal das Metrum des Gedichts Jeder Schlag beweist Routine - nur die Schönheit, die schlägt nichts Die 9b schlägt über die Stränge gegen Schluss des Unterrichts Schlägt die Glocke, stoppt´s Gequängel - nur die Schönheit, die schlägt nichts Nicht der Mut und nicht die Treue, nicht Gewalt, nicht Toleranz Nicht die Weisheit, nicht die Schläue, nicht Verständnis, nicht Arroganz Jedes Herz schlägt einmal schneller, wenn es aufschlägt, dann zerbricht´s Wie beim Polterabend Teller - nur die Schönheit, die schlägt nichts Meine Mutter schlägt die Sahne im Schweiße ihres Angesichts Meine Stunde schlägt eh ich´s ahne - nur die Schönheit, die schlägt nichts Nicht der Stolz, nicht Büßerrolle, nicht die Macht, nicht der Besitz Nicht Instinkt, nicht Selbstkontrolle, nicht Spott und nicht der Witz Schlag dem Wachmann in die Rippchen, schlag dem Richter ins Gesicht Schlag den Kopfgeldjägern Schnippchen - nur die Schönheit schlägst du nicht Mancher Blick schlägt auf den Magen, jedes Bier schlägt aufs Gewicht Lass die Welt ruhig Salto schlagen – ach, die Schönheit schlägst du nicht
19.
Unerbittlich schlägt das Lineal das Metrum des Gedichts Jeder Schlag beweist Routine - nur die Schönheit, die schlägt nichts Die 9b schlägt über die Stränge gegen Schluss des Unterrichts Schlägt die Glocke, stoppt´s Gequängel - nur die Schönheit, die schlägt nichts Nicht der Mut und nicht die Treue, nicht Gewalt, nicht Toleranz Nicht die Weisheit, nicht die Schläue, nicht Verständnis, nicht Arroganz Jedes Herz schlägt einmal schneller, wenn es aufschlägt, dann zerbricht´s Wie beim Polterabend Teller - nur die Schönheit, die schlägt nichts Meine Mutter schlägt die Sahne im Schweiße ihres Angesichts Meine Stunde schlägt eh ich´s ahne - nur die Schönheit, die schlägt nichts Nicht der Stolz, nicht Büßerrolle, nicht die Macht, nicht der Besitz Nicht Instinkt, nicht Selbstkontrolle, nicht Spott und nicht der Witz Schlag dem Wachmann in die Rippchen, schlag dem Richter ins Gesicht Schlag den Kopfgeldjägern Schnippchen - nur die Schönheit schlägst du nicht Mancher Blick schlägt auf den Magen, jedes Bier schlägt aufs Gewicht Lass die Welt ruhig Salto schlagen – ach, die Schönheit schlägst du nicht
20.
Diese Tanzfläche erinnert an ein Schlachtfeld Irgendwer hat hier das Altglas ausgeleert Wer sich selber für besonnen und bedacht hält der macht ohne viel Gewese auf dem Absatz kehrt Pass gut auf mit deinen rahm´ngenähten Schuhen schleich auf leisen Sohlen nach Hause, um dich auszuruhn Wenn der Kummer nach uns fragt, dann kannst´n grüßen Wir dreh´n uns hier noch weiter auf zertanzten Füßen Wer hier tanzt, der geht auch über heiße Kohlen Wer hier tanzt, der schreckt auch nicht davor zurück barfuß die Kastanien aus dem Feuer zu holen Wer hier tanzt, denkt, wenn er "Scherben" hört, sofort an "Glück" Pass gut auf mit deinen rahm´ngenähten Schuhen du gehst besser jetzt nach Hause um dich auszuruh´n Wenn der Kummer nach uns fragt, dann kannst´n grüßen Wir dreh´n uns hier noch weiter auf zertanzten Füßen Pass du auf auf deine kalbslederndern Sohlen Geh nach Hause, um dich fort in Ruhe zu erhol´n Wenn der Kummer nach uns fragt, dann kannst´n grüßen Wir dreh´n uns bis auf Weitres Dreh´n uns bis auf Weitres Dreh´n uns bis auf Weitres auf zertanzten Füßen
21.
Wir stehen still wie Uhren ohne Zeiger Wie ein für alle mal befreit von jedem Wenn und Wann Genauso wär´s, wenn unsre Zeit vorbei wär Genauso wär´s, finge sie grad erst an Wir steh´n still wie die Deutsche Bahn, wenn Schnee fällt wie nicht mehr int´ressiert am Gegensatz von "Hier" und "Dort" Wie ein Zug, der sich nicht mehr mit dem Klischee quält entweder "noch nicht da" zu sein oder "grad schon fort" Keine Regung, keine Bewegung Zeit und Raum sind auch nur sehr umstrittene Ideen Nicht zu erkennen, dass wir uns trennen Nicht vorzustellen, dass wir uns jemals wiedersehen Wir stehen still wie Uhren ohne Zeiger Losgelöst vom Hier und Dort und frei vom Wenn und Wann So wär´s, wenn unsre Zeit niemals vorbei wär So wär´s, fing unsre Zeit erst gar nicht an
22.
Ham wir denn schon genug geblödelt, geblökt, gegröhlt, geknödelt Genügend Zeit vertrödelt? Ham wa nich. Ham wir denn schon genug gefummelt, uns auf Rummeln rumgetummelt genügend Zeit verbummelt? Ham wa nich. Es sind noch 32 Meilen bis zum Heimathafen 31 Zeilen bis die Kinder schlafen 30 Jahre bis die andern Rente kriegen 29 Sprüche bis die Fetzen fliegen 28 peinliche Beziehungsdramen 27 Scheine bis zum Staatsexamen 26 Folgefehler zu beheben und 25 Gründe noch nicht aufzugeben Ham wir denn schon genug geschunkelt, im Dunkeln gemunkelt, im Finsteren gefunkelt? Ham wa nicht. Sind wir genügend rumgetänzelt, um einander rumscharwenzelt, ham wir genügend Stress gecancelt? Ham wa nicht. Es sind noch 24 Haltestellen bis nach Hause 23 Akten bis zur Mittagspause 22 Kunden bis die Korken knallen 21 Runden bis die Hüllen fallen 20 Küsse bis zur Gretchenfrage 19 Witze bis zur Unterlassungsklage 18 Schüsse bis zur Kriegserklärung 17 Bankenpleiten bis zur neuen Währung 16 Euro 15 bis der Dispo aufgibt 14 Tage, die das Amt die Räumung aufschiebt 13 kleine Happen, wenn man alles aufisst Zwölf kleine Schlucke, bis du wieder drauf bist Elf Mochitos bis wir untern Tischen liegen Zehn "Ich liebe dich"s bis sich die Balken biegen Neun geplatzte Schecks, bis Fahndungsfotos kleben und Acht gute Gründe, noch nicht aufzugeben Ham wir schon genug zur Zuneigung geneigt? Ham wir schon genug Moral und Bein gezeigt? Genügend Harmoniewechsel vergeigt? Ham wa? Ham wa nicht. Ham wa? Ham wa nicht. Ham wa? Ham wa nicht. Es sind noch sieben Atteste bis zum Pflegeheim Sechs angefang´ne Verse ohne Reim Fünf gute Lieder bis die Puppen tanzen Vier nicht aufgelöste Dissonanzen Drei Akkorde, bis wir übern Wolken schweben Zwei Erinnerungen, die´s lohnt aufzuheben Es gibt immer einen Grund, nicht aufzugeben Und niemals einen, nicht weiterzuleben
23.
Der Hase, der im Zickzack über die Mittelinsel fegt Und im Montagmorgenhickhack seine Haken schlägt Tut das nicht aus Freude, ihm macht das nicht mal Spaß Er hat gar keine Wahl im grünen Gras Weil er lebt, weil er trotz alledem noch immer lebt, was soll er machen, wenn der Tag anhebt, als wäre nichts geschehn Und die Sonne auch noch scheint, als würd´ sie niemals untergehn? Die Wespe, die benommen im Rotweinrest versinkt und mehr und mehr beklommen mit dem Ertrinken ringt Erwartet für ihr Kraulen weder Mitleid noch Applaus Ihr reicht die Aussicht auf den Weg hinaus Weil sie lebt, weil sie trotz alledem noch immer lebt darf es nicht sein, dass sie am Boden klebt, sie muss zum Licht hinauf Auch wenn die Kraft vielleicht nicht reicht, sie gibt sich noch nicht auf Weil sie lebt, weil sie trotz alledem noch immer lebt Solang ihr Flügelschlag sie hoch zum Himmel hebt, kann ja noch viel geschehen Vielleicht wird ihr der Mond ja doch ein letztes Mal aufgehen Weil man lebt, weil man trotz alledem noch immer lebt Solang der Brustkorb noch im Herzschlag bebt, ist ja noch nichts geschehen Auch wenn nicht abzusehen ist, wie, es wird schon weiter gehen Weil man lebt, weil man trotz alledem noch immer lebt Und wenn das Zwerchfell sich zum letzten Male hebt, dann ist es halt geschehen Doch Mond und Sonne werden weiter auf und untergehen Hasen, ach, und Wespen.
24.
Ich glaub, ich schreibe ein paar Zeilen an den lokalen Kulturredakteur Es geht mir um ´ne kleine Nummer, die ich bei ihm viel zu selten hör "Roll rüber, Klaus Hoffmann", ein Liedchen, auf das ich schwör Es lässt die Temperatur steigen und macht alle Hörer konfus Herzen schlagen schneller, jeder zuckt auf einmal mit seinem Fuß Roll rüber, Klaus Hoffmann, bestell Hannes Wader ´nen Gruß Ich hab ´n Schleudertrauma, meine Arme schlenkern völlig diffus Ich hab´n Nervenleiden, das kommt von zuviel Rhythm´n´Blues Roll rüber, Klaus Hoffmann, erzähl Hannes Wader die News Also wenn dir danach ist, grapsch deinen Partner und Schwank und schaukel, rollt umeinander und Rutscht und wackelt, und danach wieder Schwanken, schaukeln, dann noch mal wackeln Roll rüber, Klaus Hoffmann, check mal Rhythm´n´Blues Ich habe so ´ne Ahnung, also höre meine Warnung Komm mir nicht in die Näh meines Schuhs Ich sitz an meinem Kasten und ich ratter auf den Tasten Ich frage nicht , warum - ich tu´s Roll rüber, Klaus Hoffmann, bestell´ Hannes Wader nen Gruß Alle wippen wie ein Glühwurm und drehen sich wie Kreisel im Kreis Pärchen drehen durch und die Junggesellen laufen sich heiß Für ein Lied wie dieses zahlt jeder jeden Preis Roll rüber, Klaus Hoffmann, roll rüber, Klaus Hoffmann Roll rüber, Klaus Hoffmann, roll rüber, Klaus Hoffmann Roll rüber, Klaus Hoffmann, check mal Rhythm´n´Blues!
25.
Abends, will ich schlafen gehen Vierzehn Engel um mich stehen Zwei zu meinen Häupten Zwei zu meinen Füßen Zwei zu meiner Rechten Zwei zu meiner Linken Zweie, die mich decken Zweie, die mich wecken Zweie, die mich weisen zu Himmels Paradeisen.

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released February 5, 2016

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Matthias Binner Berlin, Germany

Kaltschnäuzig und warmherzig: Ein Berliner Singer-Songwriter, der Pop genauso kann und mag wie Chanson und Show und Theater.

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